Zürich, 12.-15. Mai 2022

Aus dem aktuellen Velo-Boom eine nachhaltige Erfolgsgeschichte aufbauen

OK-Präsident Erwin Flury und die Expo-Verantwortlichen Nathalie Schneitter und Christian Wyss im Interview: Was bedeutet der Velo-Boom für die CYCLE WEEK? Was verändert sich im Vergleich zur Erstausgabe? Wo gibt es was zu sehen und erleben?

Die CYCLE WEEK will als nationales Velofestival eingefleischte Enthusiasten ebenso begeistern wie Leute, die zufällig vor dem Hauptbahnhof in die Velowelt eintauchen. Mehr Velo für alle ist das Ziel.

Das Velo boomt. Wie wirkt sich das auf die CYCLE WEEK aus?
OK-Präsident Erwin Flury (EF): Das bedeutet, dass viele neue Leute das Velo entdecken und einen grossen Informationsbedarf haben, zum Beispiel im Bereich E-Bike. Da vermitteln wir Know-how, beispielsweise zum sicheren Fahren oder welches Bike das richtige ist.

Leiterin Expo Nathalie Schneitter (NS): Diejenigen, die das Velo vor kurzem zu ihrem Hobby gemacht haben, können einen Fahrtechnikkurs brauchen oder einen Workshop, wie man ein Bike wartet, flickt oder einen Tubeless-Reifen aufzieht. Das bietet viele interessante Möglichkeiten, um die Leute abzuholen und Know-how zu vermitteln.

EF: Im Moment freuen sich alle über das Wachstum im Velomarkt. Aber viele Jugendliche, besonders jene in der Stadt, fahren oft nur ö.V. oder mit dem Scooter. Wir wollen helfen, auch die Jugend für das Velo zu gewinnen. Sonst bleibt von diesem Boom in zehn Jahren nicht viel übrig.

«Wir müssen auch die Jungen für das Velo gewinnen. Sonst ist in zehn Jahren vom Boom nicht mehr viel übrig.»

 

Ihr betont, die CYCLE WEEK, sei eine nachhaltige Veranstaltung. Inwiefern ist sie das?
EF: Unsere Veranstaltung ist sehr einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Zudem ist in und um Zürich viel Infrastruktur vorhanden, die wir nutzen, statt nur für den Event auf und wieder abzubauen. Zürich hat einen riesigen Pumptrack, eine Dirt-Jump-Anlage für Profis, mehrere Mountainbike-Trails, ein super Netz an Naturstrassen für die Gravelbiker, den Albispass und die Buchenegg für Gümmeler. All das nutzen wir.

Trotzdem, auch die CYCLE WEEK braucht Tonnen an Material, das hin und wieder weggefahren wird. Oder habt ihr einen neuen Weg gefunden? 
​EF: Wir haben zum Beispiel Branding-Säulen aus Paletten-Boxen, statt hunderte Meter Werbebanden. Allgemein bauen wir vieles mit Paletten die mehrfach verwendet werden. Nach der Veranstaltung gehen die zurück an den Paletten-Service. Holz als Material ist ein nachhaltiger Baustoff. Ein weiteres Beispiel: Die Blenden der Stände des CYCLE WEEK FESTIVAL beschriften wir jedes Jahr neu, wir werfen sie nicht weg. Zudem gibt es mehrere Aussteller, die den Besuchenden zeigen, wie sie ihre Produkte flicken und warten können. Dinge wiederzuverwenden ist ein Prinzip unserer Veranstaltung.

2021 fanden die Bike Days und das Urban Bike Festival erstmals gemeinsam statt. Was spricht für die Kombination?
EF: Mit der Kombination als CYCLE WEEK realisieren wir das nationale Velofestival, das die ganze Velowelt abbildet. Das ist für uns die optimale Form, die wir weiterentwickeln wollen. Auch die Industrie sieht das Potential und unterstützt diesen Weg.

«Als Kombination der Bike Days und des Urban Bike Festival ist die CYCLE WEEK das nationale Velofestival, das die ganze Velowelt abbildet.»

Die CYCLE WEEK hat zwei Standorte. Was passiert wo?
NS: Die Europaallee und Umgebung sind der Ort des CYCLE WEEK FESTIVAL. Hier präsentieren wir die ganze Velowelt, vom Mountainbike bis zum Citybike. Passanten und Interessierte können ihre Neugier stillen. Es gibt Konzerte, Shows, Food-Stände, den Safety Parcours und vieles mehr.
In der Brunau befindet sich der CYCLE WEEK CAMPUS. Dort können die Sportinteressierten Bikes testen, an Workshops und Rides teilnehmen.

Wer stellt wo aus?
Verkaufsberater Expo Christian Wyss (CW): Aussteller, deren Hauptziel es ist, dass möglichst viele Leute ihre Produkte testen, sind auf dem CAMPUS am richtigen Ort. Am FESTIVAL können Aussteller viele neue Kunden gewinnen, mit denen sie noch nie in Kontakt waren.
Wir beraten die Aussteller bei der Standortwahl und unterstützen sie dabei, ihr Produkt oder ihren Brand zu aktivieren, also den Besuchenden ein Erlebnis zu bieten.

Gibt es die Bikes auf dem CAMPUS in der Brunau zu sehen, Fashion und Lifestyle-Produkte am FESTIVAL in der Europaallee?
EF: In der Europaallee werden Velos aller Art präsentiert, auch Mountain-, Gravel oder Roadbikes. Die Aussteller müssen sich bewusst sein: In der Brunau rechnen wir mit rund 7‘000 mehrheitlich gut informierten Besuchenden. In der Europaallee reden wir von 50‘000, von denen viele zufällig vorbeikommen. Ihnen wollen wir die Dynamik der Velowelt zeigen, mit Cargobikes, Citybikes, aber auch ein Mountainbike oder Rennvelo ist interessant.

CW: Die CYCLE WEEK ist auch ein Familien-Event. Eines meiner Ziele ist es, eine spannende Zone mit Produkten und Aktivitäten für Kinder und ihre Eltern zu schaffen.

Werden sich dort mehrere ausstellende Brands zusammenschliessen?
CW: Das wäre das natürlich toll. An der Lagerstrasse haben wir einen Pumptrack und Kids Parcours, eine Velostrecke für Kinder. Also platzieren wir die Marken mit Kinder-Velo-Produkten in der Nähe davon. Die Kids Zone wird natürlich umso cooler, je mehr verschiedene Bikes und Produkte zu sehen gibt.

Steht denn alles im Programm, was die Aussteller anbieten?
EF: Die interessanten Aktivitäten nehmen wir ins Programm auf. Die können auf dem CAMPUS oder am FESTIVAL sein. Wenn ein Hersteller zeigt, wie man seine Produkte repariert, können wir das auch integrieren.

 

Euer Festival findet auch im Internet statt. Was erwartet die Besuchenden dort und wie können die Aussteller auftreten? 
EF: Wir produzieren jeden Tag eine Live-Sendung von 30 Minuten, in der wir mit Meinungsmachenden Velothemen diskutieren, Ambassadoren zu Wort kommen lassen und auch mal eine actionreiche Showeinlage bieten. Dazu stellt unser Moderationsteam neue Produkte und Angebote vor.

Wird es wieder Podiumsdiskussionen geben? Und falls ja, zu welchen Themen?
EF: Ja, wir werden wichtige Themen öffentlich diskutieren. Sei es die Koexistenz von Wander*innen und Velofahr*innen, den Engpass beim Velotransport mit der Bahn oder in welche Richtung sich der Velo-Boom entwickelt.

 

Welche Tipps gebt ihr den Besuchenden, damit sie im breit gefächerten Programm das für sie Spannendste tatsächlich erleben?
EF: Wir stellen uns vor, dass die Interessierten ihren Besuch vermehrt planen. Zum Beispiel so: «Am Morgen besuche ich einen Workshop, dann teste ich das Bike, das mich schon lange interessiert. Am Nachmittag schaue ich mir eine Show an und am Abend will ich Leute treffen.» Ein Besuch kann auch zwei Tage dauern, es gibt so viel zu sehen und auszuprobieren.

Fasst doch zum Schluss nochmals zusammen, was die Besuchenden an der CYCLE WEEK erleben können.
EF: Die CYCLE WEEK ist das nationale Velofestival, das die ganze Velowelt abbildet. Der Campus ist der Ort für Tests, Workshops und Rides. Das FESTIVAL bietet einen Mix aus Ausstellung, Safety und Kids Parcours, Shows, Konzerten und mehr. Zudem findet die CYCLE WEEK als digitales Magazin statt mit einer täglichen Sendung und vielen weiteren Inhalten. Und beide Orte sind einfach erreichbar mit dem Zug und dem Velo.

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